Die ewige Diskussion um den Datenschutz bei Facebook, Google und Co.

Mit den sozialen Netzwerken wurde der Mensch immer durchsichtiger. Jeder kann über sich Informationen im Netz finden. Aber auch andere finden Ihre Informationen im Netz.

Wie schon berichtet, hat das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) in Schleswig-Holstein, Unternehmen und Behörden der Region angewiesen, ihre Facebook-Seiten zu löschen und den bekannten „Gefällt mir“-Button von Ihren Webseiten zu entfernen. Andernfalls erginge eine Strafe von 50.000 €. Facebook würde die deutschen Datenschutz-Richtlinien verletzen.

Das Problem mit dem „Gefällt mir“

Schon lange kritisieren Datenschützer den Abruf sämtlicher Daten von Personen, die im Netz auf Webseiten gehen, die verschiedene Social-Media-Button verwenden. Automatisch werden beim Laden der Seiten von Facebook und Co. Daten abgerufen, die Rückschlüsse auf den jeweiligen Nutzer und dessen Surf- und Kaufverhalten ziehen lassen.

Es gibt eine Lösung, meldete Heise online Anfang September

Der Nachrichten-Ticker Heise online berichtet im August 2011 über eine mögliche Lösung für dieses Problem. Heise online stellte eine Lösung zur Verfügung, die es Webseitenbetreibern ermöglicht, die „Empfehlung“ des ULD zu umgehen. Legal natürlich. Dazu wird ein bestimmter Code eingebracht, der praktisch eine Seite vor die Buttons schaltet, bei dem auf das Datenschutzproblem hingewiesen wird. Erst nach einer weiteren Bestätigung können die gewünschten Buttons genutzt werden. Soweit so gut.

Wäre eine patente Lösung, wenn nicht Facebook wäre. Dieses hat Heise aufgefordert die Lösung wieder zurückzunehmen, da (Ver-) Änderung eine Regelwidrigkeit gegen die Nutzungsbedingungen von Facebook darstellen würde. In den Nutzungsbedingungen steht nämlich drin, dass diese Like-Buttons nicht verändert werden dürften, andernfalls erginge gegen Heise eine Sperre des Onlinedienstes. Heise wäre nicht Heise, wenn auch dieses Problem nicht behoben werden würde. Kurzerhand wurden die entsprechenden Buttons auf der Vorseite so verändert, dass diese den bekannten Buttons nicht mehr ähnlich sahen.

Heise online stellt den Code zur Verfügung

Diese Lösung kann übrigens auf Nachfrage bei Heise abgerufen werden. Aktuell (Stand 3. September 2011) wird an einer dauerhaften Lösung gearbeitet, die dann unter freier Lizenz herausgegeben werden könne. Auch das Problem mit den Social-Media-Button und deren „Verwechslung“ wäre dann gelöst. Per E-Mail erhalten interessierte Webseitenbetreiber eine Erklärung der Sachlage und einen Link, der den aktuellen Entwicklungsstand zeigt.

Mit dieser Anwendung wären die Datenschutzprobleme gelöst. Die Anwendung stoppt das Laden der von Facebook angeforderten Daten. Erst nach nochmaliger Freischaltung, durch den jeweiligen Besucher, werden diese übermittelt. Alternativ könnte jeder Nutzer von Social-Media sich aus seinem Account ausloggen. Denn für das Empfehlen der Seiten würde so eine weitere Bestätigung nötig. Aber mal ehrlich? Wer denkt denn ständig an so etwas?

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