Guten Tag kennen wir uns nicht von Facebook und Google+?

Sie sind mindestens eine Stunde am Tag in den sozialen Netzwerken unterwegs, kaufen gerne bei eBay und Amazon ein, surfen gerne durch YouTube um sich die neueste Musik und Video-Tutorials anzuschauen? Sie interessieren sich für verschiedene Vereine, coole Klamotten und  Schönheitsprodukte, sind Fan diverser Musik-Bands und schauen sich gerne amerikanische Kriminalserien im Fernsehen an? Außerdem besitzen Sie ein relativ modernes Handy, ein neues ist übrigens längst überfällig. Ich wusste es, wir kennen uns!

Haben Sie sich noch nie gefragt, warum Ihnen bei der Suche nach bestimmten Leuten oder Unternehmensseiten auf Facebook, Google und anderen „Suchmaschinen“ nur Seiten, Produkte und Menschen angezeigt werden, die sich in Ihrer Nähe befinden? Oder, die Sie schon von Freunden und deren Freunden kennen? Nein, wirklich nicht? Oder diese Frage: Je öfter Sie ein bestimmtes Stichwort bei Google eingeben, werden Ihnen Seiten angezeigt, die Sie schon besucht haben?

Die sozialen Netzwerke und der Datenschutz

20,2 Millionen Menschen in Deutschland nutzen Facebook. Das ist knapp ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Die beliebte Netzwerk-Plattform gerät jedoch immer wieder in die Schlagzeilen wegen mangelndem Datenschutz. Datenschützer weisen schon lange darauf hin, das Facebook eine riesige Daten-Sammel-Maschine ist, die jede Bewegung ihrer Nutzer verfolgt und speichert. Nicht anders verhält es sich bei anderen Plattformen wie zum Beispiel Google, das mit Google+ ein weiteres Produkt zur Erforschung der Nutzer-Gewohnheiten, auf den Markt gebracht hat.

Als Marketingstrategie ein cleverer Schachzug können so Daten an interessierte Firmen verkauft werden. Diese werten gesammelte Daten aus und können feststellen, wo ein (potenzieller) Kunde verweilt, welche Vorlieben er hat und welche Seiten er häufig besucht. Mit diesem Wissen werden Produkte, Dienstleistungen und Informationen präzise  zurecht getrimmt. Der Erfolg ist garantiert, denn so können die Unternehmen Einfluss auf Ihre Verweildauer auf ihren Webseiten und nicht zuletzt auf das Kaufverhalten Ihrer und anderer der Besucher nehmen.

Der ewige Krieg um den Datenschutz – „Gefällt mir“ bald nicht mehr erlaubt?

Datenschützer kritisieren das Verhalten schon lange und im August 2011 hat in Schleswig-Holstein (Deutschland) der Feldzug gegen Facebook und Konsorten begonnen. Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) erklärte, dass alle Stellen in dem Bundesland sofort die Fan-Seiten zu löschen und die beliebten „Gefällt mir“-Buttons auf ihren Webseiten entfernen sollten. Andernfalls drohen empfindliche Geldstrafen in Höhe von 50.000 €. Natürlich kann sich jeder denken, dass dies nicht alleine auf das nördliche Bundesland beschränkt bleiben wird. Denn immer öfter wird der Schutz vor diesem ungewollten Datenklau von Datenschützern gefordert.

Viele Nutzer denken immer noch, dass sie einfach keinen Button anklicken sollten, um ihre Daten zu schützen. Weit gefehlt. Bekanntlich loggen sich Nutzer von Social-Media nicht aus, wenn sie ihre Seiten verlassen. Wird also eine weitere Webseite besucht, die einen oder mehrere Social-Media-Buttons enthält, werden schon beim Laden der entsprechenden Seiten Daten an die sozialen Netzwerke gesendet. Darin enthalten: IP (Rückschluss auf Ihren Standort), Verweildauer der Sitzung, verwendeter Browser mit allen Einstellungen und vielen weiteren Daten. Und das sind nur Daten, die Sie auf anderen Seiten produzieren. Auf den Netzwerk-Seiten selbst kommen noch weitere hinzu.

Für weitere Informationen bitte hier weiterlesen.

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